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19jähriger wegen Betrug bei Universitätsaufnahmeprüfungen verhaftet

Mobiltelefon Japan

Fast jeder japanische Schüler besitzt ein internetfähiges Mobiltelefon (c) MrStaticVoid Flickr

KYOTO – Die Polizei verhaftete heute einen Schüler aus Sendai in der Miyagi Präfektur. Der 19jährige soll während der Aufnahmeprüfungen für verschiedene Universitäten die Fragen mit seinem Mobiltelefon in ein Internetforum gepostet und die Antworten von dort abgeschrieben haben. Er legte die Aufnahmeprüfungen für die Kyoto Universität sowie drei weitere Universitäten ab und hat bei mindestens einer dieser Institutionen die Zulassung erhalten, so die Polizei.

Der Fall des 19jährigen, dessen Name nicht veröffentlicht werden darf da er noch minderjährig ist, hat für großen Wirbel in Japan gesorgt und die Diskussion um den Gebrauch von Handys und Internet zu illegalen Zwecken entfacht. “Ich wollte die Prüfungen bestehen.”, sagte der Schüler während des Polizeiverhörs. “Ich habe die Posts mit Hilfe meines Handys gemacht.”

Die Polizei untersucht nun den genauen Hergang, bei welchem der Schüler die Prüfungsfragen bei dem japanischen Equivalent zu Yahoo Answers gepostet haben soll. Es ist davon auszugehen, dass der Schüler keine Komplizen hatte, doch die Polizei will dies noch einmal genau nachprüfen, heisst es in verschiedenen Quellen.

Der 19jährige, der seinen Abschluss an einer staatlichen Oberschule in der Yamagata Präfektur gemacht hat und derzeit die Kawaijuku Vorbereitungsschule in Sendai besucht, wurde festgenommen aufgrund des Versuches sich unrechtmäßig Zugang zur Kyoto Universität während der Eintrittsprüfungen am 25. und 26. Februar zu verschaffen.

Vorsätzliche Geschäftsbehinderung wird in Japan mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe von bis zu 500.000 Yen geahndet, doch bisher wurde noch nie jemand wegen Betrugs bei einer Aufnahmeprüfung verhaftet. Die Polizei erklärt ihr Vorgehen dadurch, dass der Aufnahmeprozess für den Universitätseintritt durch diesen Vorfall maßgeblich gestört wurde.

Ein Internetnutzer mit dem Usernamen “aicezuki” stellte im Zeitraum vom 8. Februar und 26. Februar Fragen im beliebten Frage-Antwort-Portal “chiebukuro” während der Aufnahmeprüfungen für die Kyoto, Waseda, Doshisha und Rikkyo Universität. Teile der Antworten in den Prüfungen für die Fächer Mathematik und Englisch ähnelten den Antworten auf die Fragen welche auf besagter Webseite gestellt wurden, so investigative Quellen.

Ein anonymer Hinweis auf den Betrugsversuch ging am 26. Februar bei der Kyoto Universität ein und veranlasste die Polizei die IPs und Access Logs für das Yahoo Portal sowie Nutzerdaten beim Telefonie- und Internetkonzern NTT Docomo zu untersuchen. Schon bald fand die Polizei heraus, dass das Handy der Mutter des 19jährigen Schülers gehörte. Der Schüler wurde kurz vor Mittag am Bahnhof in Sendai von der Polizei verhaftet, nachdem seine Familie ihn am Vortag als vermisst meldete. Am Donnerstag Abend wurde er nach Kyoto gebracht, wo er sich dem polizeilichen Verhör stellen musste.

Quelle: Kyodo

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Gepostet von Marc am Mar 3 2011. Abgelegt unter National. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Antwort oder einen Trackback auf diesen Artikel hinterlassen

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  • hilde: wenn hachiko von seinem herrchen gesehen hätte dann wäre er auf dem friedhof und hätte dort gewartet
  • saar: hachiko schöner film wer ihn zum ersten mal sieht bitte taschentücher bereithalten ein mensch würde niemals...
  • Vera Bergagnin: Oh,ja! Auch ich bin sehr betroffen und freue mich diese Seite , zwar spät aber eben gefunden zu haben...
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